LehrerInnen-Kollaboration – 3

Lehrer KollaborationIm eigenen Bezirk:

5 Eine Software namens forethought wurde eingeführt, in der wir am Montagmorgen unsere Stundenentwürfe für die ganze Woche bereitgestellt haben mussten.  Das war eine große Umstellung mit heftigem anfänglichem Widerstand: Noch ein Programm, das man bedienen können sollte!

Doch dann erkannten wir die Vorteile für unsere eigene Organisation und Unterrichtsvorbereitung: Man konnte den Inhalt in das Learning Management System kopieren, hatte also keine doppelte Arbeit. Und die Inhalte waren für kommende Klassen verfügbar. Vertretungspläne waren schnell ausgedruckt, Aufgaben und Übungen konnten in digitaler Form eingestellt werden.

Am besten war jedoch die Option (und Erwartung des Distrikts) mit den Kollegen zu kollaborieren. Man konnte sehen, was die anderen machten, von ihnen Teile oder ganze Studenplanungen kopieren oder sogar gemeinsam an der Planung arbeiten. Und das über die verschiedenen Schulen hinweg und unabhängig vom Ort.

Darüber hinaus teilten wir unsere Ordner auf Google Drive (innerhalb der Schulbezirksplattform), wo wir unsere Unterrichtsmaterialen und Links zu Online-Quellen und –Übungen verwalteten. Wir erübrigten uns so das Hin- und Herschicken von Dateien per E-Mail.

Es ist erstaunlich, welchen Umfang die Medienbibliothek in kurzer Zeit annimmt, wenn alle zusammenarbeiten und beitragen. Viele der Fortbildungen im eigenen Bezirk wurden von den Lehrern selbst durchgeführt. Wer etwas gelernt und erfolgreich erprobt hatte, gab seine Erkenntnisse und Materialien weiter. Alle haben ein gemeinsames Ziel, die Verbesserung des Lernens, alle tragen dazu bei. 

LehrerInnen-Kollaboration – 2

Lehrer KollaborationIm eigenen Bezirk:

An einigen der Lehrer-Arbeitstagen (vor und während des Schuljahres) konnten wir mit Kollegen aus den anderen Schulen zusammenarbeiten, die das gleiche Fach unterrichten. Während es an der eigenen Schule alle Fremdsprachenlehrer waren, ging es bei der Kollaboration über den Distrikt hinweg nur um die jeweils unterrichtete gleiche Fremdsprache.

1 Wir erstellten hier gemeinsam Materialien für den Unterricht und die Examen, die alle Schüler im Distrikt zweimal im Jahr ablegen mussten. Dazu gehörten Multiple Choice Tests, Texte und Schreibaufgaben. Diese waren anfangs zwar immer noch auf Papier; das Ziel war aber die digitale Prüfung. Für die Auswertung benutzten wir jedoch schon Software und Scanner, die die Testauswertung in die Notendatenbank übernahmen und statistische Berichte lieferten.

2 Digitale Kreationen waren unsere Hör- und Sprechaufgaben. Zu Dritt schrieben wir Scripts, die wir dann aufnahmen. Die Audioaufnahmen hatten verschiedene Lehrerstimmen, was sie realistischer machte. Auch Übungsmaterial nahmen wir auf, das war dann für unsere Schüler abrufbar online bereitstellten. Es entstanden mit der Zeit immer mehr Audioclips. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, diese Hörspiele aufzunehmen; wir wurden immer kreativer und durch die Geräuscheffekte entstanden kleine Kunstwerke.

3 Bei den Sprechaufgaben nahmen wir den Text eines der am Dialog beteiligten Partners auf. Die Schüler mussten dann reagieren und ihre Erwiderungen wurden aufgezeichnet. Ein digitales Sprachlabor (in jedem Sprachen-Klassenzimmer eingebaut) machte simultane Aufnahmen möglich. Um einen realistischen Gesprächsverlauf zu bekommen, gab es Anleitungen für die Schüler, damit sie den Hintergrund wussten (z.B. Zwei Freunde planen das Wochenende.), und natürliche gabe es nur offene Fragen. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Übungsmaterialien dazu, und die Schüler konnten individuell am Laptop oder Smartphone üben.

4 Auch Sprechübungen für das Sprachlabor oder konventionellen Unterricht (Interview-Aufgaben, situationsbezogene Konversationsaufgaben, speed dating Format) entwarfen wir gemeinsam. So konnten wir relative schnell eine Auswahl an Audiodateien zusammenstellen.

LehrerInnen-Kollaboration – 1

Lehrer KollaborationDie Umstellung auf digitales Lehren verlangt von den Lehrkräften nicht nur Kenntnisse in der Software-Anwendung, sondern auch das Bereit- und Herstellen von Aufgaben und Materialien für die Schüler. Eine zeitaufwändige Arbeit, die man sich durch Kooperation und Kollaboration erleichtern kann und sollte.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Lehrer als einsame Streiter hinter geschlossenen Türen ihre Arbeit verrichten. Zum Glück gibt es schon seit einigen Jahren Online-Plattformen, auf denen Lehrer ihre Materialien anderen zur Verfügung stellen und durch die eine Kultur des Teilens begonnen hat.

Wir müssen jedoch darüber hinausgehen. An der eigenen Schule, in der Zusammenarbeit mit Fachkollegen im Bezirk und auch virtuell in praktisch unbegrenztem Raum sollten Lehrer ihre Kräfte bündeln, um schnell und effektiv das neue Lernen in die Tat umzusetzen.

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Learning Management System – Wie?

LMS 2Ohne Zugang zum Internet und ohne die Verfügbarkeit eines digitalen Gerätes geht es nicht! Wenn ein LMS den Unterricht verwalten soll, müssen die Schüler sich einloggen können. Im Idealfall hat jeder Schüler jederzeit ein solches Gerät und WLAN.

Grenzen, an die man stößt sind das fehlende digitale Endgerät: Das Smartphone, das heute fast jeder Schüler besitzt, genügt nicht allen Anforderungen des Lernmaterials. Und es besitzt halt auch nur fast jeder Schüler. Tablets sind schon geeigneter, aber ein PC oder noch besser Laptop ist am besten.

Angefangen hat es in unserer Schule mit „BYOD = Bring Your Own Device“, aber da waren die Voraussetzungen der Schüler zu ungleich. Computerräume waren schnell ausgebucht, deshalb gab es dann Laptop-Klassensätze. Aber die Nachfrage war so groß, dass es ständig Engpässe gab. Und die Zahl der Reparaturen war groß. Keiner fühlte sich für das Gerät, das er benutzte, verantwortlich.

Deshalb kam bald die Einsicht, dass es gar nicht so viel mehr kostete, jedem Schüler ein Gerät leihweise zur Verfügung zu stellen. In unserem Fall wurde es ein 11-inch Apple MacBook Air. Die Einzelheiten der Organisation (Leasing-Vertrag mit Apple, Versicherung, Service, Unterstützung) sind mir nicht bekannt. Ab da wurde der Unterricht radikal anders, denn man konnte nun wirklich mit dem LMS arbeiten und seine traditionelle Rolle als Lehrer aufgeben und Lernbegleiter werden. The teacher became the facilitator of learning. Meine besten Jahre als Lehrender begannen an diesem Punkt.

Learning Management System – Wie?

LMS 2Langsam! Es geht langsam, das LMS so einzurichten, dass es all die schönen Dinge kann, die ich zuvor beschrieben habe.

Von Analog zu Digital ging es bei uns über einige Jahre hinweg Schritt für Schritt. Software-Schulungen für die verschiedensten Anwendungen wurden Teil der Lehrerfortbildungen.

  • Vorstufen wurden eingeführt: z. B. Google-Applikationen (Docs, Slides, Forms, Classroom) und Online-Klassenzimmer wie Edmodo.
  • Programme zur Erstellung von Materialien wurden vorgestellt und erklärt: Audio- und Video-Editing, Comicstrip-Apps, alternative Präsentationssoftware wie Prezi, Animationsprogramme etc.
  • Die Lehrer mussten in der Funktion und Anwendung eines LMS geschult werden.
  • Die Inhalte wurden in den vorhergegangenen Jahren nach und nach digitalisiert.
  • In Kollaborationssitzungen wurden von Fachkollegen gemeinsam neue Materialien entwickelt und weitergegeben.
  • Fertige Lernpakete wurden gekauft.
  • Link-Sammlungen zu Online-Übungen wurden angelegt.

Die Lehrer hatten zwei Jahre, um ihren Unterricht im LMS anzulegen. Es wurde nicht erwartet, dass alles sofort dort zur Verfügung stand, da man von Seiten der Schulbezirksverwaltung verstanden hatte, dass es sich um einen Prozess handelt, der auch nie wirklich abgeschlossen ist. In dieser Zeit gab es fortlaufend Weiterbildungen, die immer mehr ins Detail gingen. Gleichzeitig wurde immer eine Einführung für die neuen Lehrer im Schulbezirk angeboten. Unterstützung bekam man jederzeit durch das Technology Help Desk und Kollegen auf dem Campus.

Für die Eltern gab es Informationsveranstaltungen und natürlich wurden in den Kommunikationsmedien des Bezirks und der einzelnen Schule Einblicke in die Nutzung des LMS vermittelt. (Die Eltern konnten sich als Beobachten „zuschalten“.) Für die Einweisung der Schüler in den Umgang mit dem LMS waren die Lehrer zuständig.

Learning Management System – Warum?

LMS 2Und hier die letzten meiner 20 Antworten auf die Frage „Warum ein LMS?“:

Grund # 16:

Motivation. Wenn die Schüler mehr Kontrolle über ihr Lernen haben, steigt die Motivation. Sie können sich die Form der Präsentation des Lerninhalts und der Aufgabenstellung aussuchen, die zu ihnen und ihrem Lernstil passt. Sie wissen, dass multiple Wiederholungen zu Hause möglich sind und geben nicht gleich auf, wenn sie etwas nicht verstanden haben.

Grund # 17:

Eigenverantwortung. Die Schüler arbeiten viele ihrer Aufgaben ab wann und wo sie wollen. Wenn sie in der Schule bummeln, geht es von der Freizeit ab. Wenn ein Abgabetermin nicht eingehalten wird, verweigert das Programm die Annahme. Wenn bei einer Gruppenarbeit der eigene Teil nicht gemacht wird, zeigt es das System. Die Rückmeldung des Systems wird besser akzeptiert als die Konsequenzen, die durch den Lehrer vermittelt werden.

Grund # 18:

Disziplin. Ein Lernbegleiter hat viel intensiveren Kontakt zu seinen Schülern. Viele Einzelgespräche sind möglich während einer Schulstunde. Statt die Aufmerksamkeit der gesamten Klasse aufrechterhalten zu müssen, beschäftigt er sich mit den Schülern, die seine Aufmerksamkeit brauchen. Die Störungen durch Schüler, die unterfordert, überfordert oder gelangweilt sind, treten  wesentlich seltener auf.

Grund # 19:

Digitalisierung. Wir leben und arbeiten in einer digitalen Welt. Unsere Schüler müssen lernen, damit umzugehen. Wenn nicht in der Schule, wo dann? Dass sie Smartphones und Laptops haben bedeutet nicht, dass sie wissen, wie man damit sinnvoll und produktiv umgeht. Oft beschränkt sich das digitale Wissen der Jugendlichen nur auf Freizeitanwendungen. Sie sollten aber lernen, die digitalen Werkzeuge produktiv einzusetzen. Wir müssen sie auf das Berufsleben vorbereiten.

Grund # 20:

Zentrale. Im LMS läuf alles zusammen. Vieles wäre und war auch einzeln machbar mit verschiedenen Anwendungen wie Lehrer-Webseiten, Blogs und Wikis, Google Applikationen etc., aber das LMS bringt alles unter einen Hut und ermöglicht die Verwaltung von Klassen, die Verfolgung des Lernens und die Lernzielkontrolle obendrein.

Learning Management System – Warum?

LMS 2Weitere Gründe für die Benutzung eines LMS:

Grund # 11:

Mediathek. Die Sammlung von Quellen, Lehrvideos, Texten, Aufgaben usw. wird im LMS verwaltet und den Unterrichtsinhalten zugeordnet.

Grund # 12:

Kalender. Alle Termine sind für Schüler und Eltern sichtbar. Erinnerungen können verschickt werden für Hausaufgaben, Testtermine, mitzubringende Dinge, Vorarbeiten für den Unterricht, …

Grund # 13:

Rundschreiben. Wir waren verpflichtet, den Eltern regelmäßig über unsere Aktivitäten zu berichten. Lehrer- oder Abteilungs-Newsletters können im LMS geschrieben und versendet werden.

Grund # 14:

Lernzielkontrollen. Die Schüler können ihre Lernfortschritte kontrollieren und verfolgen – und so kann der Lehrer. Tests können ebenfalls integriert werden. Sind die Fragen den Teillernzielen zugeordnet, lassen sich Reports erstellen und notwendige Korrekturen (Wiederholung, Methodenäderungen etc.) lassen sich besser erkennen.

Grund # 15:

Lehrerrolle. Der Lehrer kann in die Klasse hineingehen und mit den einzelnen Schülern oder Schülergruppen arbeiten. Er muss nicht mehr den gleichen Inhalt allen gleich zur gleichen Zeit „servieren“. Die anstrengende Arbeit, die Aufmerksamkeit aller Schüler konstant zu halten, entfällt.