Learning Management System – Was?

LMS 2Ein Learning Management System (LMS) ist ein Softwareprogramm, mit dem man Kurse zusammenstellen, präsentieren und verwalten kann. Moderne LMS lassen sich auf verschiedenen mobilen Geräten on- und offline nutzen. Es gibt drei Anwendergruppen: Aministratoren (Sie konfigurieren das System.), Lehrer (Sie stellen die Lerninhalte zur Verfügung und berurteilen die Lernenden.) und die Schüler.

Bei einem LMS geht es also um die Bereitstellung von Lerninhalten und die Organisation von Lernvorgängen.  Mit den einzelnen „Werkzeugen“ des Systems lassen sich Lernmaterialien erstellen und verwalten, und man kann sie zur Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler und zur Koordination von web-basierten Lernangeboten sowie zur Beurteilung der Lernenden verwenden. Die Lerninhalte werden in einer Datenbank verwaltet und zur Verfügung gestellt. Der zeitliche und inhaltliche Zugang wird festgelegt und der individuelle Lernprozess vom System mitverfolgt und aufgezeichnet. Die Lerninhalte können Lernzielen zugeordnet werden, deren Erreichung verfolgt und in Berichten und Statistiken dargestellt werden.Weiterlesen »

Von Schülern lernen – 2

Schüler lehrenAktive Teilnahme der Schüler am Unterricht, ein Kriterium für unsere jährlichen Beurteilungen. Mit Frontalunterricht konnte man da nicht punkten. Meine besten Stunden waren die, in denen man mich nicht leicht finden konnte im Klassenzimmer. Ein Schüler oder eine Schülergruppe leiteten die Klasse, oder alle waren in Gruppen beschäftigt; und ich war irgendwo dazwischen.

Für meine Schüler war es selbstverständlich, dass sie mitarbeiteten und oft die Rolle des Wissensvermittlers übernahmen. Selbst die schwachen Schüler und die mit Lerneinschränkungen (Inklusion!) wussten irgendetwas, das sie beitragen konnten. Bei manchen fing es mit dem einfachen Helfen beim Herunterladen einer App auf dem Smartphone/Laptop oder ähnlichen technischen Kniffen an. Hier konnten sie den anderen in der Klasse etwas “vormachen”. Das stärkte das Selbstbewusstsein. Wir hatten eine “Expertenwand”, an der sich Schüler mit ihrem “Wissensvorsprung” eintragen konnten. Es war aber auch okay, der Klasse spontan anzusagen, dass man eine Lösung gefunden hatte und diese teilen wollte oder mal schnell um Rat zu fragen. Lerninhaltskenntnisse (z. B. Anwendung einer Grammatikregel) und Soft-/Hardware-Kenntnisse galten gleichberechtigt als Wissen, da wir verpflichtet waren beides integriert zu vermitteln.  (Es gab keine separaten Softwarekurse.)

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Von Schülern lernen – 1

Schüler lehrenVorbei sind die Zeiten, als das Lehren nur in eine Richtung ging. Während man früher hauptsächlich vom Lehrer und aus Büchern lernte, gibt es heute eine Vielzahl von Quellen, die man nutzen kann. Nicht unbedeutend sind hier die Schüler! Sie verfügen über Wissen, das in den Unterricht einfließen kann.

Im Umgang mit neuer Software und Online-Anwendungen haben manche Schüler den Lehrern und Klassenkameraden etwas voraus. Warum dieses Wissensquelle nicht mit einbinden? Der Lehrer hat schon lange nicht mehr das Wissensmonopol im Klassenzimmer und arbeitet in einer zeitgemäßen Schule als Lernbegleiter  und Spezialist. Die Schüler können bei der Wissensvermittlung aktiv mitarbeiten.

Schüler haben in meinen Klassen nicht nur als Tutoren mitgearbeitet, sondern auch vor der Klasse die anderen (und mich) unterrichtet. Sie gaben nicht nur Technologiewissen weiter an ihre Klassenkameraden (und mich). Es dauerte nicht lange, bis es von Softwarekenntnissen auf die Lerninhalte übersprang. Was sprach dagegen, dass Schüler mit ihren Kenntnissen eines Programmes angeben wollten, wenn sie dazu den Stoff des Lehrplans verwendeten? Wir hatten Vorträge mit Minecraft und Sims zum Thema Haus und Wohnen im DaF-Unterricht!

Es machte den Schülern viel Spaß, ihre Vorträge interaktiv zu gestalten und Lernmaterial für ihre Klassenkameraden oder untere Klassenstufen zu erstellen. Ohne den Einsatz von Technologie wäre das nicht möglich gewesen. Meine Schüler erstellten z. B. Fragebögen für Umfragen zum Thema Freizeitgestaltung, kleine Videos oder animierte Slideshows zum Thema Wohnen, Cartoons zum Thema Kleidung. Die Teilbereiche einer Einheit wurden immer öfter durch Schüler unterrichtet und unter Anleitung von Schülern angewendet. Ohne den Einsatz digitaler Medien und Werkzeuge wäre dies nicht so vielseitig und interessant gewesen.

 

Lehrer lernen von Lehrern

PLCAnfangs gab es Widerstand. Zur wöchentlichen einstündigen Abteilungskonferenz und den vier oder fünf Schulkonferenzen sollten wir uns eine Stunde pro Woche zusammensetzen und best practices austauschen. Die Idee der Professional Learning Community hielt Einzug im Distrikt.

Dann erkannten wir den Wert dieser Zusammenkünfte. Wir konnten die Themen bestimmen und so garantieren, dass diese Zeit für uns nützlich war. Jede Woche übernahm ein einzelner Lehrer oder ein kleines Team die Leitung. Die Kollegen präsentierten Methoden und Medien, die sie erfolgreich im Unterricht eingesetzt hatten. Die Zuhörer schrieben gemeinsam in ein Google Doc, um die Ideen zu sichern. In das Dokument wurden Links zu den Materialien, die auf dem Google Drive lagen, oder zu Webseiten gesetzt. Man konnte die neuen Ideen sofort anwenden.

Gemeinsam legten wir eine Bibliothek von Unterrichtsideen und -materialien an. Manchmal benutzten wir die Zeit um Materialien zu entwickeln, zu verbessern oder für die jeweilige Sprache, die wir unterrichteten, anzupassen. Aber nicht nur das Lehren war Thema in der PLC-Zeit. Es wurde auch über Strategien zum Umgang mit schwierigen Schülern / Eltern / Situationen gesprochen. Die ausgetauschten Erfahrungen waren extrem hilfreich.

Viele Lehrer unserer Schule erklärten sich bereit, an den Lehrerarbeitstagen einstündige Seminare für das Kollegium anzubieten. In diesen ging es sehr oft um Methoden, die die neue Technologie benutzten, oder um Softwareanwendungen. Anreiz für die unterrichtenden Kollegen war, dass eine gehaltene Fortbildung doppelt angerechnet wurde für die verlangte Fortbildungsstundenzahl. Aber das gute Gefühl, das man bekam durch die Anerkennung und Wertschätzung im Kollegium war eindeutig der größere Motivationsfaktor.

Kontinuierliche Lehrerfortbildung muss sein!

Es gibt zwei Gruppen von Lernern an der Schule: Schüler und Lehrer.

Computer oder andere Hardware in die Hände der Schüler (und Lehrer) zu geben reicht nicht. Ohne die richtige Fortbildung werden die Geräte lediglich zum Ersatz von Papier und Bleistift.

Hier sind z. B. meine Fortbildungen von einem Schuljahr:

2015 Fortbildung
Schul- und wöchentliche Abteilungskonferenzen sind nicht enthalten. Zusätzlich gab es noch drei weitere Lehrer-Arbeitstage und einen Elternsprechtag. Um den Arbeitsvertrag für das nächste Schuljahr zu bekommen, musste man 50 Fortbildungsstunden nachweisen.

 

 

 

 

 

 

Smartphones im Unterricht – 3

SmartphoneBeispiele aus meinem Unterricht

Individuelle Sprechübungen

Ich habe Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und war bemüht, meine Schüler so viel wie möglich sprechen zu lassen. Es war mir wichtig, dass sie die Scheu vor der Fremdsprache verlieren und “einfach drauf los” reden. Die individuellen Sprechübungen wurden vom Schüler mit der Audiorecorder App gemacht. Die Schüler übten Redewendungen oder lasen kleine Texte, nahmen sie auf und hörten sie sich dann an. Sie übten ein paar Mal alleine, dann spielten sie ihre Aufnahme einem Klassenkameraden vor und erhielten feedback. Das feedback floss in die letzte Aufnahme ein, die dann manchmal zur Kontrolle als Audiodatei an mich geschickt wurde. Die Schüler wussten, dass die Übung a) ihnen half, und b) es immer sein konnte, dass ich die Aufnahme verlangte zur Benotung.

Konversationsübungen

Die Anfänger lasen zu zweit Dialoge, nahmen sie auf und hörten sie gemeinsam an, um zu beurteilen, wie gut die Aussprache war. Dann schrieben sie eigene Dialoge und nahmen diese auf. Manchmal wurden diese Aufnahmen der Klasse vorgespielt, um sie gemeinsam auf Inhalt und Qualität zu bewerten. Oder sie wurden eingeschickt und benotet. Viele Schüler überliesen mir gerne die Aufnahmen, um sie in anderen Klassen einzusetzen. Ich fügte sie meiner eigenen kleinen Mediathek hinzu. Sie wurden dann Übungen zum Hörverständins.

Hausaufgaben

Lustige Aufnahmen bekam ich, wenn ich den Schülern die Aufgabe stellte, einem Familienmitglied/Freund/Nachbarn Redewendungen beizubringen und diese aufzunehmen. Die Schüler realisierten nicht, dass sie durch das Lehren die Phrasen und Ausdrücke sehr oft selbst benutzten und übten. Sie mussten den Leuten ja die richtige Aussprache beibringen und ihnen die Übersetzung liefern. Diese Hausaufgaben gehörten zu den beliebtesten. Kleine Geschwister waren Lieblingsdarsteller in den Aufnahmen, die sich relativ schnell zu Smartphone-Videos entwickelten.

Smarthphones im Unterricht – 2

SmartphoneDas 21ste Jahrhundert ist hier; wir sind digitalisiert. Unsere Schüler sind digital natives, für sie ist der Umgang mit Technologie selbstverständlich. Und sie werden sich in ihrem Leben immer schneller anpassen und mit sich ständig erneuernder Technologie vertraut machen müssen.

Wo ist Technologie in der Schule? Dass der Lehrer weiß, wie man eine PowerPoint Präsentation erstellt, ist nicht Stand der Dinge heute, sondern gestern! Digitale Werkzeuge müssen im Unterricht Anwendung finden – nicht nur passiv, sondern kreativ. Sie sind so wichtig wie Papier und Bleistift.  (Wer schreibt im Büro noch auf Papier?)

In der Arbeitswelt geht es kaum noch ohne Computer, sie sind mittlerweile Alltagswerkzeuge. Warum nicht im Unterricht? Und ich meine im täglichen Unterricht. Ein Computerraum tut’s nicht. Auch Klassensätze von iPads sind auf Dauer keine Lösung. Die Schüler haben ja bereits Computer in den Händen, warum nicht damit anfangen? Denn was sind die Smartphones anderes als handliche Computer, die mittlerweile erstaunlich leistungsstark sind. Sie können als Audio- und Videorecorder eingesetzt werden, sind Kameras, ohne dass man online sein muss. Wenn  die Schule ein WLAN-Netz hat, können die Schüler damit z. B. Lehrvideos anschauen, Texte lesen, Research machen und kommunizieren.